Qultur, 14.09.2025
Am vergangenen Samstag war es endlich soweit: Beat und Sabine Rudolf haben ihr Kultur.Haus in Conters offiziell eröffnet. Es ist immer noch ein klein wenig surreal, dass zwei Kulturgeniesser und nicht zwei Kulturschaffende der Region ein solches Bijou geschenkt haben, welches man eher in Zürich als im Prättigau erwarten würde.
Es wurde mit der grossen Kelle angerührt am Samstag in Conters. Und obwohl am vergangenen Wochenende wirklich überall Veranstaltungen über die Bühne gingen, waren die Stühle im neuen Kultur.Haus komplett besetzt. Der Plan der Rudolfs schien aufzugehen, denn zum ersten Mal erhielt man an der Eröffnung einen Eindruck, wie die beiden sich das vorgestellt hatten mit dem Kultur.Haus, welches ein Treffpunkt für alle sein soll und der 224-Seelen-Gemeinde, Conters, wie auch dem Prättigau und hoffentlich sogar über die Prättigauer Grenzen hinaus kulturelle Horizonte erweitern soll. Nach der kurzweiligen Einführung der beiden Philanthropen betrat dann der Slampoet Jachen Wehrli die Bühne und erzählte unterhaltsame Geschichten aus seinem Leben. Schon witzig, ihm zuzuhören, wie er als passionierte Motorradfahrer mit seinem Beruf als Texter gegen andere harte Männer den Kürzeren zieht. Denn mit seinem Bart und den Tätowierungen tippen die meisten bei ihm eher auf einen Stahlbauarbeiter, als auf einen Texter. Darum habe er sich entschieden, sich jeweils schlicht als Arzt vorzustellen. Dann müsse er auch nicht viel erklären. Ebenfalls wenig erklären müssen die Rudolfs, denn jetzt wirkt das Kultur.Haus. Am Abend wurden die Gäste mit einem ganz besonderen Konzert verwöhnt. Eine Sopranistin, die in vielen Opernhäusern der Welt zuhause ist und ein Tenor der Mailänder Scala, begleitet von drei virtuosen Solist:innen an Violine, Cello und Klavier sorgten bei den Gästen für Hühnerhaut und Tränen der Freude. Alle Gäste waren schliesslich begeistert von dem grossgeschnittenen Ausstellungsraum, in dem Bilder von Ursi Götz und Chris van Weidmann hängen. Man merkt es, dass im Kultur.Haus mit viel Liebe für’s Detail gearbeitet wurde. Hier ist ein echte Initiative für das Miteinander im Tal auf die Beine gestellt worden. Es wäre ihnen zu gönnen, wenn das Kultur.Haus sich auch zukünftig zum richtigen Publikumsmagneten mausert.